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Amphittheater von Taormina
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er Ätna spuckt Feuer. Er raucht, und faucht,
als wolle er dem Besucher gleich in der ersten Nacht zeigen,
was es heißt, auf der Insel zu leben. Gespenstisch rot leuchten
die Wolken über dem schneebedeckten Gipfel. Doch schon am
Morgen ist der Spuk vorüber. Auf die nächtliche Eruption angesprochen
zuckt der Hotelchef gleichgültig mit den Schultern, so als
wolle er sagen "na und?" Ein hustender Ätna bringt keinen
echten Sizilianer aus der Ruhe. Die Menschen im Osten der
Insel haben gelernt mit ihrem Feuerberg zu leben.
Auch die Geschichte Catanias, der zweitgrößten
Stadt Siziliens ist eng mit dem Vulkan verknüpft: Mehrfach
wurde sie zerstört. Immer wieder haben ihre Bewohner sie aufgebaut
- aus der schwarzen Lava des Ätna. Das verleiht der Stadt
zwar ein ziemlich düsteres Gesicht, aber der erste Eindruck
täuscht. Catanias lichte Momente liegen in weiten Plätzen
und prächtigen Barockfassaden, Catanias Schönheit blüht in
verwunschenen Hinterhöfen und zauberhaften kleinen Parks,
Catanias Lebensfreude pulsiert auf dem täglichen Fischmarkt,
wo Tag für Tag lauthals und gebärdenreich riesige Schwertfische,
lebende Hummer, Muscheln, Seeigel, und allerlei anderes Getier
den Besitzer wechseln.
Der Ätna ist das eine, die Mafia das andere
große Kapitel Siziliens. Aber man kann es kurz fassen:
Denn vieles ist Klischee und von der Wirklichkeit längst überholt.
Palermo gehört heute zu den sichersten Städten Italiens, dem
resoluten Bürgermeister Leoluca Orlando sei Dank. Selbst in
den engen Altstadtgassen mit ihrem Charme verfallener Schönheit,
muss sich kein Tourist fürchten. Gruseln kann man sich allenfalls
im Convento dei Capucini, der wohl makabersten Sehenswürdigkeit
Palermos. Die Katakomben des Klosters beherbergen rund
8000 Mumien von Kapuzinermönchen, die sich heute die neugierigen
Blicke der Touristen gefallen lassen müssen. Vielleicht nicht
jedermanns Geschmack, aber es zeigt, wie offenherzig die Stadt
mit ihrem historischen Erbe umgeht. Und davon gibt es in Palermo
mehr als genug. Allein der Normannenpalast, seit jeher
das politische Machtzentrum der Insel, ist an Pracht kaum
zu überbieten. Antike, arabische, byzantinische Elemente,
Schnitzereien, Mosaike und Wandgemälde haben sich hier zu
einzigartiger Schönheit verbunden. Nicht weniger prächtig
der Dom von Monreale, der 15 Kilometer außerhalb der Stadt
auf dem gleichnamigen Hügel hoch über der Stadt thront.
Dass Geschichte auf Sizilien immer auch
mit Geschichten zu tun hat, zeigt das Beispiel von Syracus.
Vor fast 3000 Jahren von griechischen Seefahrern gegründet
stieg die Stadt schnell zur bedeutendsten Stadt der damaligen
Welt auf. Zu ihren Glanzzeiten zählte sie fast eine Million
Einwohner. Noch heute stößt der Besucher allenthalben - wie
übrigens in vielen Städten der Südküste - auf die Relikte
der griechischen Epoche und staunt nicht schlecht: Viele der
antiken Hinterlassenschaften sind noch immer vollständig erhalten,
denn anderes als Catania wurde Syracus nie vom Ätna verschlungen.
Zuviel Ehrfurcht ist jedoch fehl am Platze. Sizilien wäre
nicht Sizilien, wenn nicht über allem die typisch italienische
süße Lässigkeit des Dolce Vita läge. Und so sitzt man auch
in Syracus gern beim Latte Machiato und genießt die 3000 Jahre
Geschichte ganz nebenbei.
Taormina - Jet Set Treff
Goethe kam, sah und schwärmte vom "Paradiesszipfel" Siziliens.
Im 19. Jahrhundert baute die europäische High Society Nobelhotels
und Villen, in den 60er Jahren folgte der moderne Jet Set.
Heute ist Taormina auch wegen der Nähe zum Ferienzentrum Giardini
Naxos mit rund einer Million Besuchern das meistbesuchte Ausflugsziel
der Insel. Kilometerlang zieht sich der malerische Ort an
den grünen Felsen des Monte Tauro entlang. Weil der Fußweg
beschwerlich ist und die Straßen ständig verstopft sind, führt
eine Seilbahn zur Altstadt empor. Dort erwartet den Besucher
eine mittelalterlich-barocke Traumkulisse mit zahllosen exklusiven
Boutiquen, stilvollen Trattorien, Restaurants und Cafes. Und
nicht zu vergessen: das berühmte Teatro Greco, ein griechisch-römisches
Amphitheater mit einem sensationellen Ausblick über die Bucht
und den nahen Ätna.
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