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| Casa del Barón |
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eiß geschniegelte Matrosen flanieren durch die grauen Straßen
aus Granit, an der Plaza de la Leña trifft man sich zum abendlichen
"tapeo", dem appetitanregenden Zug durch die Kneipen. Pontevedras
Altstadt ist ein guter Platz fürs Sehen und Gesehenwerden
und dabei so mittelalterlich gut erhalten, dass Romeo ohne
weiteres vom nächsten Balkon herunterpfeifen könnte. Vor
500 Jahren residierte hier der Graf von Maceda in seinem
Palast, störte sich vielleicht ein wenig an den plündernden
Piraten, war ansonsten wohl aber guter Dinge. Kein Wunder:
Die Stadt erlebte ihre Blüte, und über den Hafen kamen die
Attraktionen aus der großen weiten Welt bis vor seine Haustür.
Als es bergab mit dem Grafen, wurde sein prächtiges Haus,
einer der typisch galicischen Pazos, zweckentfremdet: Erst
wurde es ein Salzlager, dann Sitz der Freimaurerloge, und
schließlich nutze man es als Schule. Heute gehen hier die
Touristen ein und aus - die Casa del Barón ist zum
Hotel geworden, genauer gesagt zum Parador. Selbst der König
samt Familie hat hier schon genächtigt, Nobelpreisträger
wie José Saramago und reihenweise Politiker .
Für die anspruchsvollen Herrschaften gibt es inzwischen 88
dieser Häuser der staatlichen Hotelkette "Paradores" -
Und es werden immer mehr. Der Standard rangiert zwischen drei
und fünf Sternen; entsprechend variieren auch die Preise.
Mit einer echt innovativen Idee hat die Geschichte 1926 begonnen.
Der Marqués de la Vega Inclán, Tourismusbeauftragter von Alfons
XIII, wollte mit dem Fremdenverkehr Geld in die relativ armen,
aber attraktiven Landstriche Spaniens pumpen und dazu, wo
möglich, die vielen historischen Bauten des Königreichs zu
Hotels machen. Der König war begeistert, und eröffnete 1928
höchtspersönlich den ersten Parador in der Sierra de Gredos
in Extremadura. So wurden nach und nach Schlösser und Burgen,
Paläste und Klöster zu Nobel-Herbergen für Touristen. Und
zu Kulturträgern, denn sie kredenzen regionale Küche, Weine
und sonstige typische Produkte.
Siebzehn Paradores hat das Grüne Spanien, zehn davon
allein in Galicien, das so reich gesegnet ist mit alten Adelshäusern.
Die alten Gemäuer könnten jede Menge Geschichten erzählen,
wenn doch die Wände nur sprechen könnten. Der Parador von
Santiago de Compostela etwa, das "Hostal Dos Reis Católicos",
war früher Pilgerherberge und zugleich ein gigantisches Krankenhaus
- die ehemalige Leichenkammer im Kellergewölbe ist jetzt Speisesaal,
und im Sterbezimmer steht eine Flipchart für eifrige Kongressteilnehmer.
Die Besucher strömen trotzdem in den Prachtbau direkt neben
der Kathedrale, der sich auf die Fahnen schreibt, das älteste
Hotel der Welt zu sein und zu den teuersten Paradores
zählt.
Es schläft sich allerdings auch andernorts vorzüglich, und
oft auch etwas günstiger. Die Hotel-Szene des Grünen Spaniens
hat sich mächtig ins Zeug gelegt, um den staatlichen Paradores
Konkurrenz zu machen. Historische Bauten gibt es ja schließlich
in Hülle und Fülle. Lustwandeln im Landhaus Lord- oder
Ladygefühle stimulieren eine Reihe von intimen Häusern
in Kantabrien. Da gibt es seit drei Jahren den Club de
Calidad, einen Zusammenschluss von 25 elegant-rustikalen
Hotels mit acht bis 21 Zimmern. Garten, Bibliothek, Salon
und Kamin gehören praktisch zum Standard. Manche haben sogar
einen Swimming-Pool. Natürlich ganz dezent, man will ja nicht
aus seinen Träumen gerissen werden.
Wer bei der distinguierten Carmen Caprile zu Gast
ist in der Casona Torre de Ruesga, einem Drei-Sterne-Palast
aus dem 17. Jahrhundert (60 Kilometer südwestlich von Santander),
wird nicht mit seinem Schicksal hadern. Vorausgesetzt, er
mag antike Möbel und Fresken an den Wänden. Aber vielleicht
reicht es auch, einfach gern zu essen - bei der Señora wird
kantabrisch gekocht, z.B. inklusive der berühmten Nachtischkreationen
dieses Landstrichs; die Spezialität des Hauses sind Flan-Variationen,
also Karamellpudding.
Nur vier Zimmer hat die Casona de la Peña (nahe Avilés)
zu bieten, dafür aber einen ganz besonderen Clou: Die
Antiquitäten im Innern des trutzigen Palastes mit dem riesigen
Steinwappen kann man gegen Bezahlung gleich mitnehmen.
Weitere Infos:
www.parador.es
Die offizielle Seite der staatlichen Hotelkette Paradores
mit Text und Bild zu jedem der 88 Paradores. Auf Spanisch
und Englisch.
www.casonasasturianas.com
Asturiens Club de Calidad ("Qualitätsclub") Casonas Asturianas
versammelt 34 "kleine Hotels mit Charme für den Landurlaub".
Freizeit-Tipps und Fotos zu jedem Hotel.
www.calidadcantabria.com
Zum kantabrischen Club de Calidad gehören 25 meist historische
Häuser unterschiedlicher Kategorien: Casonas, Posadas und
Hoteles.
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