Reiseziele Special Interest Hin & Weg Reiseservice Urlaubslaune
  Länder von A bis Z Ski, Abenteuer, Singles ... Mietwagen, Bahn, Flug ... Gesundheit, Wetter, Geld ... Musik, Bilder, Kurioses ...
           
  Unterkunft Reisebuchung Top-Events Reiseliteratur Kulinarisches
  Hotels, Clubs, Camping ... Schnäppchen, Preisvergleich ... Tickets, Konzerte ... Guides, Urlaubslektüre ... Gastrotipps, Rezepte ...
           
 
Home / Reisemagazin / Spanien
Reisemagazin

g a l i c i e n
Herbergen mit Geschichte
 
Blaublütige haben im Grünen Spanien residiert, und Ritter sind von hier aus in den Kampf gezogen. Viele ihrer steinernen Paläste sind heute prachtvolle und sehr individuelle Hotels, die ihre Vergangenheit meist ziemlich unverkrampft in Szene setzen.
 
 
Casa del Barón  
W

eiß geschniegelte Matrosen flanieren durch die grauen Straßen aus Granit, an der Plaza de la Leña trifft man sich zum abendlichen "tapeo", dem appetitanregenden Zug durch die Kneipen. Pontevedras Altstadt ist ein guter Platz fürs Sehen und Gesehenwerden und dabei so mittelalterlich gut erhalten, dass Romeo ohne weiteres vom nächsten Balkon herunterpfeifen könnte. Vor 500 Jahren residierte hier der Graf von Maceda in seinem Palast, störte sich vielleicht ein wenig an den plündernden Piraten, war ansonsten wohl aber guter Dinge. Kein Wunder: Die Stadt erlebte ihre Blüte, und über den Hafen kamen die Attraktionen aus der großen weiten Welt bis vor seine Haustür. Als es bergab mit dem Grafen, wurde sein prächtiges Haus, einer der typisch galicischen Pazos, zweckentfremdet: Erst wurde es ein Salzlager, dann Sitz der Freimaurerloge, und schließlich nutze man es als Schule. Heute gehen hier die Touristen ein und aus - die Casa del Barón ist zum Hotel geworden, genauer gesagt zum Parador. Selbst der König samt Familie hat hier schon genächtigt, Nobelpreisträger wie José Saramago und reihenweise Politiker .

Für die anspruchsvollen Herrschaften gibt es inzwischen 88 dieser Häuser der staatlichen Hotelkette "Paradores" - Und es werden immer mehr. Der Standard rangiert zwischen drei und fünf Sternen; entsprechend variieren auch die Preise. Mit einer echt innovativen Idee hat die Geschichte 1926 begonnen. Der Marqués de la Vega Inclán, Tourismusbeauftragter von Alfons XIII, wollte mit dem Fremdenverkehr Geld in die relativ armen, aber attraktiven Landstriche Spaniens pumpen und dazu, wo möglich, die vielen historischen Bauten des Königreichs zu Hotels machen. Der König war begeistert, und eröffnete 1928 höchtspersönlich den ersten Parador in der Sierra de Gredos in Extremadura. So wurden nach und nach Schlösser und Burgen, Paläste und Klöster zu Nobel-Herbergen für Touristen. Und zu Kulturträgern, denn sie kredenzen regionale Küche, Weine und sonstige typische Produkte.

Siebzehn Paradores hat das Grüne Spanien, zehn davon allein in Galicien, das so reich gesegnet ist mit alten Adelshäusern. Die alten Gemäuer könnten jede Menge Geschichten erzählen, wenn doch die Wände nur sprechen könnten. Der Parador von Santiago de Compostela etwa, das "Hostal Dos Reis Católicos", war früher Pilgerherberge und zugleich ein gigantisches Krankenhaus - die ehemalige Leichenkammer im Kellergewölbe ist jetzt Speisesaal, und im Sterbezimmer steht eine Flipchart für eifrige Kongressteilnehmer. Die Besucher strömen trotzdem in den Prachtbau direkt neben der Kathedrale, der sich auf die Fahnen schreibt, das älteste Hotel der Welt zu sein und zu den teuersten Paradores zählt.

Es schläft sich allerdings auch andernorts vorzüglich, und oft auch etwas günstiger. Die Hotel-Szene des Grünen Spaniens hat sich mächtig ins Zeug gelegt, um den staatlichen Paradores Konkurrenz zu machen. Historische Bauten gibt es ja schließlich in Hülle und Fülle. Lustwandeln im Landhaus Lord- oder Ladygefühle stimulieren eine Reihe von intimen Häusern in Kantabrien. Da gibt es seit drei Jahren den Club de Calidad, einen Zusammenschluss von 25 elegant-rustikalen Hotels mit acht bis 21 Zimmern. Garten, Bibliothek, Salon und Kamin gehören praktisch zum Standard. Manche haben sogar einen Swimming-Pool. Natürlich ganz dezent, man will ja nicht aus seinen Träumen gerissen werden.

Wer bei der distinguierten Carmen Caprile zu Gast ist in der Casona Torre de Ruesga, einem Drei-Sterne-Palast aus dem 17. Jahrhundert (60 Kilometer südwestlich von Santander), wird nicht mit seinem Schicksal hadern. Vorausgesetzt, er mag antike Möbel und Fresken an den Wänden. Aber vielleicht reicht es auch, einfach gern zu essen - bei der Señora wird kantabrisch gekocht, z.B. inklusive der berühmten Nachtischkreationen dieses Landstrichs; die Spezialität des Hauses sind Flan-Variationen, also Karamellpudding.
Nur vier Zimmer hat die Casona de la Peña (nahe Avilés) zu bieten, dafür aber einen ganz besonderen Clou: Die Antiquitäten im Innern des trutzigen Palastes mit dem riesigen Steinwappen kann man gegen Bezahlung gleich mitnehmen.

Weitere Infos:
www.parador.es
Die offizielle Seite der staatlichen Hotelkette Paradores mit Text und Bild zu jedem der 88 Paradores. Auf Spanisch und Englisch.
www.casonasasturianas.com
Asturiens Club de Calidad ("Qualitätsclub") Casonas Asturianas versammelt 34 "kleine Hotels mit Charme für den Landurlaub". Freizeit-Tipps und Fotos zu jedem Hotel.
www.calidadcantabria.com
Zum kantabrischen Club de Calidad gehören 25 meist historische Häuser unterschiedlicher Kategorien: Casonas, Posadas und Hoteles.

Text: Henny Metzendorf

 

 
Galicien: Das grüne Urgestein
Baskenland & Kantabrien: Streifzug durch Spaniens Norden
Vias Verdes: Spaniens grüne Wege
Paradores: Traumhaft Übernachten
Transcantábrico: Verlockende Eisenbahn
Felsmalereien: Ab in die Höhle
Sprachschulen: Die Stadt als Klassenzimmer
Turismo Rural: Urlaub auf dem Lande
Gut zu wissen: Höhlen, Palmen, Sensationen

 

Copyright © 2002-2006 Travellinxx.de. Alle Rechte vorbehalten.

Top-Sites Reise-Know-How  Klimaguide Reisebuchung Reisemagazin Rezepte